[AION] Erster Bericht
Vorwort:
Ich habe kurz vor Erscheinen AION im Auge gehabt. Warum habe ich erst jetzt zugegriffen? Weil ich einen Trial probieren wollte. Einen Trial wird man bis heute nicht bekommen, bzw. nur unter bestimmten Umständen; ein Freund der einen bereits seit 90 Tagen bestehenden und für weitere 90 Tage bezahlten Account hat kann einen einladen.
In Verbindung mit den Aussagen, dass man den Support von NC-Soft vergessen kann, in meinen Augen absolutes No-Go! Sprich wenn bei Installation oder auch danach irgendwelche Probleme auftreten hat man leider verloren. Man ist also nicht in der Lage vorher zu testen ob und wie gut das Spiel auf dem eigenen Computer funktioniert.
Es gibt diverse Seiten die genau diese Vermittlung anbieten "registrier dich bei uns, wir sorgen dafür dass du einen Key bekommst". Mag gut gehen, aber ich habe da eher das Gefühl von "Nepper, Schlepper, Bauernfänger"....
Gekauft, heruntergeladen (zu sogar anständiger Bandbreite, max war 450 KB/s) und los ging es. Sowohl bei Vista als auch Windows 7 nervt der NC Launcher wegen Schreibrechten, es empfiehlt sich diesen als Administrator zu starten. Dies kann man ja dauerhaft einstellen. Ansonsten nerven einen mehrere Boxen wegen fehlender Rechte.
Die Story ist relativ einfach gestrickt, der Gott AION hat um seine Welt zu überwachen drachenähnliche Wesen erschaffen, die Balaur. Dummerweise entscheiden diese Wesen die Herrschaft über die Welt zu übernehmen, weswegen AION wenige ausgewählte Bewohner der Welt zu Daeva macht. Das sind unsere engelsgleichen Wesen, die Spielercharaktere. Dummerweise kommt es im Gefecht zwischen den ehemaligen Wächtern und den Daeva zu einer Spaltung des Planteten, die untere Hälfte bleibt sonnenbeschienen und ist fortan die Heimat der Elysea während auf der oberen im Schatten liegenden Hälfte die Asmodae leben. Beide Seiten sind mittlerweile verfeindet. In den Trümmern dazwischen sind nach wie vor die Balaur.
Das Spiel ist ein PvP Spiel. Die Zonen sind am Ende so ausgelegt, dass man durchaus während des Questens von verfeindeten Spielern gestört wird.
Das User Interface ist ein Mix aus WoW und Guild Wars. Viele vergleichen AION mit WoW, doch nach den wenigen Stunden muss ich dem widersprechen, in meinen Augen ist AION eher ein Guild Wars 1.5.
Klassen, jede der Beiden Fraktionen verfügt über die 4 Grundklassen, Krieger, Späher, Magier und Priester. Ab Level 10 erlangt man seinen Status als Daeva zurück und hat somit seine Flügel. Auf gleichem Level kann jede Klasse in eine Spezialisierung wählen.
Krieger -> Templer / Gladiator
Späher -> Assassine / Jäger
Magier -> Beschwörer / Zauberer
Priester -> Kleriker / Kantor
1. Tag
Die Figuren lassen sich individuell anpassen, knappe 50 Frisuren, 25 Gesichtsformen, Schmuck, Tatoos, Schieberegel von Körbchengröße bis Nasenlänge über Handgröße zu den Füßen.... Hier geht nahezu alles. Leider für mich ein No-Go, die Männer sehen entweder aus wie vom anderen Ufer oder wie ein Schläger... Ich vermisse da ein etwas konservatives Mittelding. Naja nach ca. 30 Minuten Qual und Haare ausreißen habe ich dann doch eine männliche Figur gefunden die meinem Geschmack entsprach. Ich denke oft werde ich sie trotzdem nicht spielen.
Über die einzelnen Fähigkeiten kann ich nicht viel berichten, ich habe wie immer mit dem Heiler angefangen, dem Priester. Dazu dann ein paar Stunden Späher. Höher als Level 10 kam ich bisher nicht.
Nachdem man die Welt betreten hat befindet man sich in einem Startgebiet. Ein Tutorial entfällt, sobald man etwas neues entdeckt erscheint ein Button mit Fragezeichen, nach anklicken werden einem die Funktionen auf deutsch erklärt, es wird gesprochen, kein Text. Das komplette Spiel ist bisher deutsch, die Haupthandlung wird gesprochen, man wechselt in eine Kinoperspektive. Allerdings hat man keine Dialoge wie bei Age of Conan.
Gleich zu Anfang überkam mich die gleiche Stimmung wie damals bei Final Fantasy XI. Eine Euphorie machte sich bei mir breit, nicht wegen des Neuen Spiels an sich, es waren die Texte der ersten Questgeber. „Sind wir endlich aufgewacht?....“ „Los mach hinne, oder ich mach Dir Beine...“ man merkt hier schon die Wertigkeit von Fleiß und Co.
Da Stand ich nun vor dem ersten Questgeber, und schaute mir die Fertigkeiten der Priester an, eine Nahkampfattacke, einen Fernkampfzauber, eine Heilung. Draufgedrückt und danach erstmal das Lachen unterdrückt. Die Zauber haben nicht nur FX Sound, sondern der Caster ruft dazu Worte. Sehr geil, wenn mich das gesprochene nicht an das Leben des Brian erinnern würde, die Szene bei Pontius Pilatus wo Brian an den Kopf bekommt „Du pißt ein Difitist“ – „Ich pisse was?“. Ich kann nicht genau sagen was meine Priesterin da bei der Heilung von sich gibt, aber es hörte sich schwer nach dem „Ich pisse was?“ an. Trotzdem cooles Feature, das man zur Not ausschalten kann.
Questsystem, ich hatte das erste Mal seit Jahren bei einem MMO das Gefühl eines der alten guten Singleplayer Rollenspiele zu spielen. Die Quests sind nicht linear, entgegen vielen Behauptungen sie bestünden aus „Töte / Sammele“ kann ich nur sagen, dass das zwar Grundsätzlich stimmt, aber diese Aussage trifft auf alle Spiele dieser Art zu. Der Mix der hier stattfindet ist ok, dazwischen immer wieder ein paar Highlights, so sollte ich ein Hausschwein großes Tier eines NPC suchen, Tutty. Den fand ich auch, auf einem Spieß über einem Kochfeuer.... Es fehlt nur der Apfel im Maul, aber es war einfach lustig und traurig zugleich. Mich persönlich sprechen die Quests sehr an, von Grind kann ich bis Level 10 nichts bemerken.
Neben den ordinären Quests gibt es die Hauptgeschichte. Es scheint in Mode gekommen zu sein eine Hauptgeschichte zu haben, und die anderen Quests sind nur nebenbei. Die Anordnung der Quests ist im Startergebiet ebenfalls stimmig, ja die Laufwege sind teilweise weit, aber nicht umsonst, denn oftmals wird man an einen Ort vorher geschickt und stellt fest, dass die Bürger wieder ein neues Anliegen haben. Im Vergleich mit vielen anderen MMOs gibt es im Startgebiet kein wirklich allzu sinnloses Gerenne. Die Suchfunktion bei den Quests tut ihr übriges, wobei eine Search & Rescue Mission (siehe Tutty) nicht über die Suchfunktion zu lösen ist. Hier heißt es nach wie vor Augen auf, was aber bisher kein Problem ist, da die Gebiete überschaubar sind. Ich denke wer AION als Level Wettbewerb sieht wird ggf. viele Quests übersehen.
Erstaunt hat mich die Aggro Range, ja hier fühle ich mich an Ryzom erinnert, gutes altes Durchschleichen ist oftmals machbar. Insgesamt kann man verdammt nah an Mobs ran, bevor diese wortwörtlich ein Ausrufezeichen im (über) Gesicht bekommen und einen angreifen. Für den Priester war das Kämpfen einfach, dank Heilung kann man hintereinander sehr oft pullen, der Späher dagegen hatte nur ein paar Tränke die die Regeneration nicht fühlbar erhöhen, aber dank "Ausruhen" können auch Klasse ohne Selfheal nach kurzer Pause vollständig erholt weitermachen. Auch das Schleichen des Spähers ist (zumindest im Moment) nicht der Bringer, 2 Minuten Cooldown, also eher wohl nicht für Backstabbing gedacht.
Das Bild wurde auf mittlerer bis hoher Grafikeinstellung erzeugt. Bei 1920 * 1200 erzeugt eine 8800 GTS 320 G80 zwischen 50-60 Frames, die dann je nach Region ( Hauptstadt, viele Spieler) unter 20 Frames einbrechen können.
2. Tag
Auch meine bessere Hälfte hat es nach einer halben Ewigkeit geschafft sich unter den ganzen Anpassungsmöglichkeiten der Spielfiguren etwas zu erstellen, und nach einer kurzen Antestphase ziehen wir Beide als Jäger durch die Gegend.
Bis Level 10 ist es ja "nur der Späher", trotzdem eine Funklasse, mit ein wenig Taktik krieg man so ziemlich alles klein. Sei es im Nahkampf wo man den Mob zwischen sich nimmt, und je nachdem wer gerade keine Aggro hat und hinter dem Mob steht haut den Überraschungsangriff raus, oder seit Level 10 und einem Bogen durch Aggro Ping Pong den Mob als unentschlossenes Opfer zwischen sich hin und her zu jagen. Wenn es ganz hart kommt, dann kann man sich zusätzlich bewegen und Mobs kiten, während der andere Vollgas gibt. Hier fühlte ich mich ein wenig an Tennis bei Gruul mit Castir erinnert. Steter Damage ersetzt wohl den Heal ;)
Sehr lustig ist das Fliegen, so sprang eine nicht näher genannte Heldin heroisch von der Klippe, breitete die Flügel aus, tippte die Taste aus Versehen wiederum an um dann hektisch erneut die Flügel ausbreiten zu wollen. Leider hat dies Cooldown was dann darin endete, dass man sie vom Pflaster abkratzen konnte. Sterben beinhaltet eine Deathpenalty, wer stirbt verliert Erfahrungspunkte, einen Teil kann man beim Seelenheiler wiederherstellen lassen. Der Rest ist futsch.
Das Fliegen selbst ist nicht überall möglich, und wenn dann sind die anfänglichen 60 Sekunden Flugzeit nicht viel. Durch den Wechsel zum gleiten (Leertaste) kann man den Verbrauch der Flugzeit reduzieren, zumindest steht es so in der Anleitung, spürbare Verlängerung, eher nicht, zumindest noch nicht. Grundsätzlich kann man durch Tränke und Ausrüstung die Flugzeit verlängern. Wer seine Fluganzeige nicht im Auge behält stürzt zuweilen schnell ab. Natürlich kann im Flug gekämpft werden. Omg, ich brauche wieder Joystick und Thrustmaster, fliegen überfordert noch ein wenig, aber zeitgleich noch Kämpfen? Plus begrenzte Flugzeit? Glücklicherweise habe ich bisher bei Youtube nur klassische Bossfights am Boden gefunden.
Gegen abend haben wir uns dann mit dem Handwerk beschäftigt. Es ist nicht schwierig, und es schaut nach Grind aus, aber bisher machbar. Mit ca. 14.000 Kinah Einsatz das "geringe Handwerk" erlernt und dank Handwerksaufträgen auf Level 40 gebracht. Das positive an den Aufträgen ist, man bekommt sie in der Handwerkshalle und muss lediglich Komponenten dazu kaufen, das eigentliche Material bekommt man. Allerdings kann man damit nur den erhaltenen Auftrag erstellen. Da Handwerken Fehlschlagen kann bekommt man in der Regel Material für 2 Gegenstände mehr. Je 10 Level im Handwerk kommen neue Aufträge mit neuer Schwierigkeit dazu.
Grundsätzlich kann man, genügend Geld vorausgesetzt, jedes Handwerk erlernen. Allerdings wohl nur die Stufe "gering" bis Level 99. Über das Erlernen des Experten Status habe ich selbst bisher unterschiedliche Aussagen gelesen. Es heißt 1 oder 2 Berufe können auf Maximum gebracht werden.
Das Handwerk besteht aus:
Schneider - Stoff und Lederrüstungen
Rüstungsschmied - Ketten-, Plattenrüstung und Schilde
Waffenschmied - Nahkampfwaffen
Alchemie - Tränke, Bücher, Schriftrollen
Kochen - Buff-Food
Handwerk - Bögen, Zauberstände, Schmuck und sonstiges
Auf das Ergebnis hat man keinen Einfluß, ob ein Herstellungsprozess erfolgreich ist oder nicht hängt vom Zufall ab, ebenso ob dieser mit einem Krit ein besseres Ergebnis erzeugt.
Die Rohstoffe können von Jedem gesammelt werden, ab Level 10 erhält man automatisch die Fähigkeiten alles zu sammeln. Positiv, auch das Sammeln bringt Erfahrung, z.B. auf Level 12 das Sammeln von Holz bei Skilllevel 45 ca. 300 EP, was in etwa der Hälfte eines Mobkills entspricht.
Man fragt sich im ersten Moment, wo ist das Negative am Spiel.
1. die Community, die Namen der Mitspieler sind ebenso geistreich wie bei WoW. Von Currywurst über Nickname bis hin zur Foltermagd. Leider gibt es keine RP Server.... zu Schade. Aber man kann die Namen immerhin ausblenden. Da allerdings Begleiter als NSC zählen und den Namen des Besitzers als "Vornamen" tragen müßte man auch die NSC Namen ausblenden um das Elend nicht weiter ertragen zu müssen. Das macht jedoch das Questen schwer. Die Comm ist allerdings bis auf die Namen völlig ok. Wer kann bufft die Mitspieler im Vorbeilaufen und auch die Preise für Ausrüstung aus den persönlichen Shops sind bisher nicht negativ aufgefallen. Im Auktionshaus tritt dann allerdings wieder der Preiswahnsinn ein. Zum Vergleich der Betua-Bogen für Level 15. bzw. Lederrüstungen auf vergleichbaren Level. Je Teil zwischen 6.500 und 15.000 Kinah. Durch questen hat man in ca. 2 Stunden 10.000 zusammen also machbar, aber sinnlos, hat man das Geld durch Questen zusammen hat man ca. 5 weitere Level gemacht und die nächstbessere Ausrüstung kostet noch mehr. Da man leider (bisher) beim Questen nicht automatisch bessere Ausrüstung bekommt hängt man immer hinterher. Also kommt man hier an den Punkt zu entscheiden, ob man das Geld ausgeben will oder nicht. In Anbetracht dass wir beide in Rüstungen herumlaufen die 8 Level zu klein ist stellen wir dann so langsam Schwierigkeiten beim Questen fest. Zugegeben auch nur spürbar an den Knackpunkten, aber blockierend.
Sich selbst etwas herzustellen ist die einzige Wahl, und sie erscheint sinnvoll, bis auf wenige Materialien hat man alles schnell zusammen. Oftmals ist aber ein Zufallsdrop benötigt, und dieser hat es uns bisher schwer gemacht aus den Tonnen gesammelten Leders und Holz dann tatsächlich etwas sinnvolles herzustellen;
die Veredelungssteine. Sie werden von Mobs gedroppt, es gibt sie für Waffen, Rüstung, Accesiores.... Leider braucht man recht viele davon, und ein Kauf im AH wiederum ist viel zu teuer..
Herstellen: Betua-Bogen Die Wirtschaft krankt an den Preisvorstellungen der Mitspieler, geiz ist wohl doch nicht geil. Also alles selber Farmen, langwierig aber Geldbeutel schonend.
2. Der Sound, so liebevoll die Grafik ist, dem Sounddesigner hat man doch ins Hirn gesch...... Das Kämpfen hört sich an wie in Pokemon Comics, womit man noch halbwegs klarkommt, allerdings die Geräusche von Schweinen oder Ziegenböcken auf Waldboden.... Hallo??? Ein wenig mehr Realismus wäre wünschenswert. Bei den Sounds merkt man leider, dass man hier im Anime / Manga Clientel ist. Grundsätzlich nicht tragisch, aber es ist teilweise wirklich grausam.
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