[Hardware] Never touch a running system
Es ist Montag morgen, ich sitze in der Bahn und überlege seit Minuten wie ich diesen Artikel nennen soll. Alternative Titel wie
Zähne knirschen
You're driving me crazy
Wahnsinn ohne Worte, nur schriftlich
Eis essen und Weltherrschaft (weil es die bessere Alternative zum vergangenen Wochenende gewesen wäre)
kamen mir in den Sinn. Ebenso wie ich diesen Artikel gestalten solle. Chronologisch oder nach ansteigendem Agressionsgrad. Ebenso überlege ich, ob ich diesen Artikel im Anschluss den involvierten Parteien zusenden soll, da ich ja zu Feige war in den ersten RMA Antrag einzutragen, dass man mir mit der Ersatzlieferung eine Schokolade und ein Haarfärbemittel für die angestiegene Anzahl grauer Haare beifügen solle. Ich entscheide mich für Never touch a running system obwohl der Titel nicht ganz stimmt, meine Ausgangslage war, dass etwas nicht funktionierte....
Ich glaube ich fange ganz von vorne an.
Irgendwann vor ca 6 Monaten stellte ich nach einem Treiber Update meiner ASUS ENGTX285 fest, dass einige Spiele nicht mehr starten wollten. Nachdem ich den alten Treiber wieder installierte liefen diese. Monatelange Suche und Artikel in verschiedenen Foren bis ich herausfand, dass es wohl mit der via DirectX Webinstaller eingespielten DX11 Version und der Unfähigkeit der Grafikkarte eben jenes darzustellen zusammenhängen mußte. Es waren immer die gleichen DLLs die sich in der Ereignisanzeige fanden wenn das Spiel nach 10 Sekunden schwarzem Bildschirm wieder auf den Desktop endete.
Strategie. Nach vielen Versuchen mit CCleaner und einem Tool Nvidiatreiber von der Platte zu putzen gab ich dies auf. Es endete dann zwar in der Fähigkeit das Eine oder Andere Spiel zu starten, leider (aufgrund der alten Treiber?) in einer sehr schlechten Performance, aber eben nicht alle Spiele. Schließlich stellte ich fest, dass sich alles im DX9 Modus starten lies.
Nachdem ich vom Release einer Eyefinity 5870 E6 las war ich verliebt. Soll mir Nvidia mit seinen dämlichen Treibern doch gestohlen bleiben.
Seit Februar kribbelte is in den Fingern, ob ich zuschlagen solle oder nicht, vor 2 Wochen beschloss ich dann anläßlich meines 34. Geburtstages mich mit einer ASUS Eyefinity 5870 zu beschenken.
Diese konnte ich Donnerstag abends auf der Post abholen, welch eine Freude, hatte ich doch Urlaub und beschloss die Karte sofort einzubauen.
Die Freude schrammte im ersten Moment beinah ans Gehäuse. Ich hatte eine Seite im Internet gefunden, dass diese Karte 24,2 cm lang sei und die alte Grafikkarte 26,7. Wäre ja auch zu schön, wenn man mal vollständige Produktangaben finden würde. Meine Quelle hat sich vertan. Nach ein wenig hin und her lies sich die Karte trotzdem einbauen. Anstelle zweier 6 Pin PCI-E Stromanschluss benötigt die ATI einen 8 Pin und einen 6 Pin. Dazu werden 40A gefordert. Alles eingebaut, den mitgelieferten Minidisplayport / DVI-D // DVI-I Adapter angeschlossen und ein abschließender Check. An der Stelle möchte ich die Firma Asus bitten:
Es ist beschämend zu einer EUR 500,- Grafikkarte eine Einbauanleitung 10,0 cm x 10,0 cm beizulegen, je Sprache eine Doppelseite auf der dann Abbildungen von Grafikkarten mit D-Sub zu finden sind. WTF!! Nirgendwo ein Hinweis welcher der 6 Minidisplayports benutzt werden solle, oder ob es egal ist. Das ist nicht kundenfreundlich.
In der Regel meckere ich nicht, wer selbst einbaut braucht in der Regel die Anleitung nicht, trotzdem ändert sich manchmal die Technik, es wäre schön wenn diese Anleitungen etwas genauer wären... naja was solls, Power On, die Lüfter starten und der Bildschirm bleibt schwarz.... Ich schalte meinen Samsung T260 HD mehrfach ein und aus, trotzdem erscheint nach dem kurzen Hinweis in der oberen linken Ecke dass man den DVI Eingang gewählt habe nichts. Schwarzes Bild.... Die Festplatten arbeiten, oha, er bootet??
Ich rolle rüber an den 2. Computer, es lebe Teamviewer, und ich kann mich tatsächlich aufschalten. Keine "neue Hardware" gefunden, nunja ich hätte mich gewundert, via Minidisplayport sollte auch das Bios anzeigt werden, wäre sonst etwas unpraktisch, allerdings installierte ich den Catalyst Treiber von der CD... Reboot, immer noch schwarzes Bild, wieder Teamviewer und der Geräte Manager zeigt nur eine "Standard VGA Karte". Starten des Catalyst Centers... "es wurde keine nutzbare Hardware gefunden".... Shutdown. Ich starre auf den ausgeschalteten Bildschirm, krabbele wieder unter den Tisch, Hauptschalter am Netzteil aus, überprüfe 2 weitere Male alle Kabel, neuer Versuch, noch immer alles schwarz. Als nächstes probiere ich einen weiteren Adapter, gehe alle 6 Displayport durch, lasse meinen Zeigefinger vom Lüfter der Grafikkarte zerschneiden, Strom ist da, die Karte wird heiß, der Lüfter arbeitet....
Naja mein MSI K9N2 Diamond ist alt, es ist ein Nvidia Hybrid SLI Board. Inkompatibel?? Kann doch nicht sein. PCI-E 2.0 Board?!? Karte PCI-E 2.1?!? Inkompatibel? Laut Netz nein, 2.1 ist abwärtskompatibel.
Freitag, nach Behördengang und Einkaufen nächster Versuch. Bios Update auf Version 2.6. Die üblichen Späße, wo sind meine Disketten?? Ach sch.... auf Disketten wo ist mein USB Stick, MSI USB Flashtool erkennt den Stick nicht, wo ist der 2. verdammte Stick.... die ersten grauen Haare, das Händezittern beginnt. Abbruch, eine Wasserflasche und etwas Ablenkung in Form von Fernsehen. Naja im Hinterkopf arbeitet es, hab ich was falsch angeschlossen, ist das Bequiet Darkpower Pro 750W zu schwach, ist das Mainboard nicht kompatibel.
Nachdem das Bios auf 2.6 geflasht ist keine Änderung.
Im 2. Computer ist ein ASUS M4N72-E, zwar auch Nvidia und SLI aber es ist neuer.... also dort beide 8800er GTS 320 ausgebaut, Festplatten raus, das Gehäuse war schon für die ENGTX285 zu klein, die 5870 ist ja leider NICHT kleiner, und siehe da, noch mehr quetschen aber es geht. Alles bleibt schwarz.
Anruf bei Computeruniverse, Technik Hotline, O-Ton Mitarbeiter "wenn die Karte in beiden Computern nicht geht kann es nicht an der Karte liegen". Ich lege ohne Widerworte verwirrt auf. Hat er sich versprochen??? Es ist mittlerweile recht spät, also ein Freitag abend mit dem Laptop.
Samstag, Strategieänderung. Snogard, ASUS P6T SE, I7-920, 8 GB G.E.I.L. CL 7, Raven 2 Gehäuse und viel weniger Geld auf dem Konto, aber ein neuer Versuch.
Die 5870 bleibt schwarz.... RMA Antrag gestellt. Naja, es darf ja mal vorkommen, dass neue Hardware direkt defekt ist.
Der Samstag geht dahin, Vista Installation auf dem neuen System mit alter ENGT285, Windows 7 Upgrade, Datenrücksicherung, gegen 19:00 Uhr shutdown. Die Lampen gehen aus doch nach 4 Sekunden geht der Computer wieder an.
Verklickt? Neustart anstelle von Herunterfahren??? Erneut klicke ich auf "Herunterfahren". Alles geht aus, ich atme erlei... WTF er geht wieder an. Ich halte Entfernen gedrückt und komme ins Bios. Wakeon XY Einstellungen geprüft, ACPI / APIC geprüft. Hochfahren, Herunterfahren, er geht wieder an?!?!?
Ich fange an zu googlen. "P6T SE reboots instead of shutdown" aaaahhh IEEE 1394, Gerätemanager, Energieoptionen, ja Windows 7 darf das Gerät ausschalten Haken setzen und herunterfahren. 4 Sekunden und die LEDs gehen wieder an.
Jetzt ist eigentlich der Moment, wo ich zu meiner Bundeswehrzeit "Helm auf" befohlen hätte und die Winkerkelle gegriffen hätte, aber selbst damals reichte es den Hinweis den Helm aufzusetzen auszusprechen, die Winkerkelle mußte nie zum Einsatz kommen. Ich fühle mich ein wenig in einer verkehrten Welt. Eine kaputte Grafikkarte ok, aber auch noch das Mainboard, und dann von der gleichen Firma?!?! Qualität != Asus?!?!
Also Biosupdate - keine Änderung, googlen, oha 15 Punkte Plan wenn XP nicht herunterfährt. Ole Ole, ich trenne USB Verbraucher, installiere wie blöd treiber, gehe den Plan von A-Z durch, alles erfolglos. Ich entscheide mich die ACPI / APIC Settings zu ändern, leider muss dann Vista und anschließend 7 neu installiert werden. Ich gehe alle Kombinationen durch von Enabled bis Disabled. Stunden vergehen. Nachdem ich Vista installiert habe probiere ich das Herunterfahren, trotzdem schaltet er sich ein. Installiere Windows 7 und nix ändert sich. Load Failsave Bios... alles ohne Erfolg. Ziehe Stromverbraucher im Gehäuse ab, LEDs, Gehäuselüfter, die Taster am Gehäuse selbst, da das Mainboard einen eigenen Einschalter Onboard hat. Es reicht ggf, ein Kriechstrom. Keine Änderung! Prüfe Verschraubung.
Es ist mittlerweile Sonntag, ich schaue mir die Asus Seite an, suche mir die Supportnummer heraus, ole ole, Montags bis Freitag 10:00-17:00 Uhr. Super, muss ich mir jetzt etwa noch Urlaub nehmen um am PC zu sitzen wenn ich dort anrufen will... Ich google weiter, und siehe da ich finde auch Menschen mit dem gleichen Board, die dann auch brav im Forum von dem sie sich Hilfe erhofften schreiben, dass sie ihr Problem gelöst haben. Allerdings schreiben sie nicht wie.... na vielen Dank!! Nur 2 Mal finde ich den Hinweis, dass da Board getauscht wurde.
Ich entschließe mich das Mainboard auszubauen und es Dienstag zu Snogard zurückzubringen, denn Montag ist erstmal Kino angesagt.
Ich bete dass nach Tausch beider ASUS Geräte ein einfaches einbauen + einschalten ausreicht....
Bis dahin Ruhe bewahren und Schock bekämpfen ;)
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Kommentare
Ein Feiertag und wieder ein PC Tag
Wie beschrieben brummte ein Lüfter nach dem Ausschalten beim Nachlaufen. Gehäuse auf, Kabel neu verlegt bzw. ein wenig geändert, alles schick.
Wieder ein kleines Problem weniger.
Dafür ärgere ich mich gut eine Stunde später, nachdem ich das Antec 900 bei meiner Zukünftigen verbaut habe. Alles schön, bis auf die beiden Blenden der 5,25" Laufwerke, bei mir waren 2 DVDs Rom / Ram und eine Floppy verbaut, bei Ihr nur ein DVD Ram... ich kann mich noch sehr genau erinnern, dass ich die beiden Blenden für die Slots in den Rollcontainer getan habe, oder doch nicht?!?!
Auf den Speicher, alle Kartons durchsucht, sämtliche Regale im Arbeitszimmer... gibts doch gar nicht!
Dann bleibt noch dieser nette Catalyst Treiber von ATI, der eigentlich nicht mehr bei Ihr installiert ist, und dennoch herumzickt. DriverCleaner, CCleaner, alles erfolglos. Also im abgesicherten Modus, so las ich es in einem Forum. Tolle Wurst, trotzdem nichts zu finden. Dann kommt mir eine Idee. C:/Programme (x86)/ aha, ein ATI Ordner, ab in den Papierkorb und reboot. Lauter Fehlermeldungen dass Catalyst nicht starten kann, so ein Pech. CCleaner laufen lassen, oha, lauter Regeinträge zu denen die Dateien fehlen, siehe da, alles aus dem ATI Ordner. Auch diese löschen. Ein weiterer Reboot, jeeeehaaa Catalyst ist tot, lange lebe der Catalyst.
Wenn das immer so ist mit ATI Treibern, dann schwant mir übles....
Update
Es ist Mittwoch kurz vor Acht, ich sitze wieder in der Bahn.
Der gestrige Abend war hektisch, aber in Sachen Computer brachte er Erfolg. Ich habe gestern nach einigen Besorgungen auch noch geschafft bei Snogard vorbeizuschneien. Der freundliche Herr am Eingang der Verkaufshalle deutete mich wieder nach draußen, und sagte der Eingang der Technik sei weiter links. Verräterische Verpackung unter dem Arm.
Auch dort wieder Wartemarke ziehen, Nr. 47.... ein Blick auf die Tafel zeigt die gerade aufgerufene 42. Doch nach erstaunlich kurzer Zeit darf ich dann mein Problem vortragen, das Gesicht meines Gegenübers spricht Bände. Akribisch untersucht er die Verschraubungspunkte des Boards... nein ich bin nich so dämlich den Drehmomentschlüssel auf 750 NM einzustellen.... erleichtert dass seine Augen damit übereinstimmen, dass ich das Board nicht durch eigene Dämlichkeit beschädigt habe gehen wir noch einmal kurz durch was ich alles versucht habe. Die Augen in seinem schmalen Gesicht verengen sich "haben Sie ein anderes Netzteil ausprobiert". Nach zu langem zögern antworte ich wahrheitsgemäß mit "nein". Es funktionierte mit dem alten Board. Sodann nimmt er nur das Board in seiner Folie und verschwindet durch eine Türe. Minuten vergehen bis er zurück kommt. Er reicht mir ein Formular für die Fehlerbeschreibung und während ich dies ausfülle legt er ein neues Board in den Karton und packt alle übrigen Teile ein. Der Antrag ist ausgefüllt und wird sogleich von ihm in den Computer übertragen. Wenige Minuten später stehe ich auf dem Parkplatz.
Zu Hause angekommen setze ich mich erstmal 5 Minuten hin, betrachte das riesige Gehäuse und überlege wie ich am besten vorgehe. Von meinem letzten Experiment am Montag abend waren sämtliche Kabel nicht mehr so schön verlegt, ich hatte probiert das erste Asus Board nur auf dem Karton aufzubauen, dennoch schaltete es sich nach 4 Sekunden wieder ein.
Ca. 10 Minuten später der entscheidende Moment, ich schalte ein, checke die Bios Einstellungen und drücke F10. Vista fährt hoch, und sofort lasse ich es herunterfahren. Ich glaube ich bin süchtig, die Anspannung die ich nun erlebe ist wirklich unangenehm.... Der Computer schaltet aus, ich zähle im Geiste mit, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, jeeeeeeehhhhaaaaa :))) Von wegen Netzteil. Ich bin wirklich erleichtert nicht noch einmal losrennen zu müssen.
Im Anschluss installiere ich Windows 7, Datenrücksicherung, hierzu habe ich Allways entdeckt. Nein, ich schreibe keine Nullen und Einsen auf Damenbinden, es gibt ein Freeware Synctool dass im Gegensatz zu Snyctoy und einigen kostenpflichtigen Trials mit meinen 300 GB Daten spielend klar kommt. Gegen 22:30 ist auch das letzte Spiel rückkopiert, alle Updates drin, fehlt nur noch Finetuning.
Everstultimate zeigt mir vernünftige Werte, und auch die Geräuschkulisse läßt mich vermuten dass an dem alten Board mehr kaputt ist, als nur die "Energieverwaltung". Dödelte die CPU auf Board Nr. 1 meist bei einer VCore von 0,9 Volt und alles war total lahm, die Datenrücksicherung dauerte mehrere Stunden, arbeitetet Sie nun während des kopierens auf 1.28V, binnen 1 Stunde war das Kopieren fertig. Samstag dauerte es den halben Nachmittag. Ebenso die Windows Leistungsbewertung. Das erste Board zeigte bei den Festplatten eine 3,8. Selbst das alte MSI K9N2 war da besser, waren es hier doch 5,8. Mit dem neuen Board lag die langsamste Komponente (wieder die Festplatte) bei 6,3, der Rest bei 7,4/7,5.
Als ich dann Word of Warcraft starte erlebe ich eine Überraschung. Auf dem Monochromdisplay meiner G15 lese ich plötzlich 60°C bei der Grafikkarte, von 47°C innerhalb weniger Sekunden, und genauso schnell jagen die Lüfter los. CPU von 47-49 auf 65°C. Hossa, wasn hier los! Bisher hat die ENGTX285 nocht nie die 57°C überschritten. Ich habe ja davon gelesen, dass die Grafikkarten sich bei zu schwachen CPUs heruntertakten, aber ist ein AMD Black Edition Phenom I 9850 zu schwach?! Einloggen und dann die absolute Überraschung in Dalaran. 80 FPS. Nun bin ich sprachlos. Ich drücke Escape und gehe in die erweiterten Grafikoptionen. Heiliges Blechle, alles auf Max....
Im Vergleich, das alte Board hatte 8GB DDR 2 CL 4, das neue 8 GB DDR 3 CL 8. Die alte CPU 4 x 2,5 GHz, die neue 4x 2,66 GHz. der Rest ist identisch. Da möchte ich gar nicht daran denken, was wird mit der neuen Grafikkarte?!?!
Gegen 23:00 Uhr schalte ich aus, und entdecke das erste nervende Übel. Das Bequiet Darkpower 750 W läßt die Lüfter etwa 5 Minuten bei verminderter Drehzahl nachlaufen, im Raven ist dies allerdings verdammt laut, ein richtiges brummen, ich werde dem noch auf den Grund gehen.
Es folgt ein Bericht wenn die Grafikkarte endlich ausgetauscht ist.